Vor 90 Jahren, im Sommer 1928,

beendete Pfarrer Rüdiger Alberti seinen Pfarrdienst in Ellefeld und ging an die Markuskirche in Chemnitz. Sein Name wird mit dem Bau unserer Lutherkirche untrennbar verbunden bleiben.

Seinem selbstlosen persönlichen Einsatz war es zu verdanken, dass unser Gotteshaus nach nur zwei einhalbjähriger Bauzeit am 17.10. 1926 geweiht werden konnte.

Ulrich Ernst Rüdiger Alberti wurde am 13. Juli 1898 in Bärenstein im Erzgebirge geboren. 1917 wurde er Soldat. Er war begeisterter Hobbyfotograf, nahm seine Rollfilmkamera mit in den Krieg und fotografierte den Alltag des Stellungs- und Grabenkrieges an der Westfront. Nach Kriegsende schrieb er sein Buch „Gott im Krieg: Erlebnisse an der Westfront “. Bei dem jungen Mann hinterließen die Kriegserlebnisse tiefe Spuren und veranlassten Alberti, ein Theologiestudium aufzunehmen. Nach dessen erfolgreichem Abschluss war unsere Kirchgemeinde seine erste Dienststelle, die er von 1924 bis 1928 innehatte. Unter den Nationalsozialisten stand Alberti der Bekennenden Kirche nahe und wurde vom 20. April bis 4. Juni 1935 im KZ Sachsenburg inhaftiert.

Ab 1937 war Alberti als Thomaskirchenpfarrer in Leipzig angestellt. Ende 1946 übernahm er die Leitung des neu gegründeten Kirchlichen Erziehungsamtes in Leipzig, dessen Aufgabe es war, die Katechetenarbeit zu koordinieren.

Am 12. August 1953 verstarb Pfarrer Rüdiger Alberti in Leipzig nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 55 Jahren.