Vor 40 Jahren, …

… zum Jahreswechsel 1978/79 hatte der Winter Deutschland voll im Griff.

Innerhalb kurzer Zeit fielen riesige Schneemengen und es herrschten für einige Tage Temperaturen um -20°C. In einigen Teilen des Landes brach die Energieversorgung zusammen. DiesesNaturereignis von damals nehme ich zum Anlass, um über das Heizen unserer Kirche zu berichten.

Die erste Heizperiode begann zum Kirchweihfest Mitte Oktober und endete nach der Allianzgebetswoche Mitte Januar. Danach fanden die Gottesdienste im Gemeindehaus statt.

Ab dem Passionssonntag Judika wurde wieder in der Kirche Gottesdienst gefeiert und diese zweite Heizperiode erstreckte sich bis Anfang Mai. Schon im Frühherbst wurde zu den Sitzungen des Kirchenvorstandes ein Heizplan erstellt, woraus ersichtlich war, wer an welchen Sonn- und Feiertagen den Heizdienst für unser Gotteshaus übernahm. Da es keinen hauptamtlichen Heizer gab, wurde dieser schwere Dienst von den Diakonen, Kirchvorstehern, dem Kirchner und einigen aktiven Männern aus der Gemeinde übernommen.

Die Heizungsanlage bestand aus einem Niederdruckkohleofen mit eingebautem Wasserkessel zur Dampferzeugung. Der diensthabende Heizer musste zunächst den Wasserstand am Kessel überprüfen und gegebenenfalls auffüllen. Danach wurde der ca. 2,5m lange Rost des Ofens mit einem Aschekratzer von Asche aus dem vorhergehenden Heiztag gesäubert. Erst jetzt konnte mit dem Anheizen begonnen werden. Dies geschah mit Papier und Pappe und einer größeren Menge Holz. Auf diesem Holzgrundfeuer wurde der Kessel von oben mit 10-12 großen Zinkeimern Brikett befüllt. Bei gutem Luftzug dauerte es nicht lange, bis das Wasser im Kessel zu sieden begann und der Dampf die Heizkörper in der Kirche erwärmte. Da die Briketts schnell durchbrannten, wurde der Ofen noch mit etwa 12 Eimern Braunkohlekoks nachgefüllt. Koks hatte den Vorteil, dass er nur langsam durchglühte und dabei große Hitze entwickelte. Die Aufgabe des Heizers bestand jetzt darin, mittels richtiger Einstellung der Zugluftklappe den Dampfdruck im Kessel über mehrere Stunden konstant zu halten. Es musste also das Druckmanometer ständig beobachtet werden, um einem Druckabfall bzw. einen Überdruck im Kessel zu vermeiden. Bei Überdruck kam es zu einer Verpuffung, was zur Folge hatte, dass sich der gesamte Heizkeller sofort mit Dampf füllte.

Das Anheizen des Ofens wurde zum Problem, wenn eine Föhnwetterlage mit südlicher Luftströmung herrschte. War dies der Fall, bekam der Ofen nicht genug Luftzug und der Rauch ging nicht zum Schornstein hinaus, sondern breitete sich im Heizkeller aus. Der Heizer musste fluchtartig den Keller verlassen, um nicht zu ersticken. Er konnte den Heizraum erst wieder betreten, nachdem der Rauch durch die geöffneten Kellerfenster einigermaßen abgezogen war. 

An kalten Wintertagen betrug die Temperatur im Kirchenraum am Sonntagmorgen nur 4°C. Um bis zum Gottesdienstbeginn um 9:00 Uhr eine Raumtemperatur von maximal 11 - 13 °C zu erreichen, musste um 4:00 Uhr in der Früh mit dem Heizen begonnen werden.

Deshalb war es ratsam, die nötigen Vorbereitungsarbeiten (Reinigen des Rostes von Asche, Auffüllen des Kessels mit Wasser mit einem Schlauch) bereits am Tag vorher auszuführen.

Im Zuge der Generalsanierung unserer Kirche in den Jahren 1992 bis 1994 wurde der Kohledampfofen durch einen neuen Gasheizkessel ersetzt. Damit war der schwere und nicht ungefährliche Heizdienst Teil der Geschichte unserer Kirchgemeinde. Rückblickend dürfen wir unserem Herrn danken, dass er auch über diesen Dienst seine schützende Hand gehalten hat, so dass in all den Jahrzehnten kein Unfall eintrat.

Dank fleißiger Gemeindeglieder ist aus dem einst feuchten und verdreckten Kellerraum ein heller, freundlicher Kirchenkeller entstanden, der nun dem Chor als Probenraum vor den Gottesdiensten dient.

Vor 90 Jahren, im Sommer 1928,

beendete Pfarrer Rüdiger Alberti seinen Pfarrdienst in Ellefeld und ging an die Markuskirche in Chemnitz. Sein Name wird mit dem Bau unserer Lutherkirche untrennbar verbunden bleiben.

Vor 40 Jahren, im August 1978,

wurde Pfarrer Horst Franke krankheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Nach Kriegsende war das Ehepaar Franke aus ihrer schlesischen Heimat vertrieben worden und hatte in Falkenstein ein neues Zuhause gefunden.

1978, vor vierzig Jahren,

beschloss der Kirchenvorstand, ein neues Instrument für den Gemeindesaal im Pfarrhaus anzuschaffen.

Unser damaliger Kantor Günter Helbig, selbst Mitglied im Kirchenvorstand, informierte darüber, dass das vorhandene Harmonium auf Grund seines Alters - es wurde in den 1930er Jahren angeschafft - kaum noch bespielbar ist.

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