Andacht Sommer 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist Sommer: Ferienzeit, Urlaubszeit, Zeit für Erholung.

Nicht wenige werden sich in diesen Monaten wieder auf den Weg in unbekanntes Land machen. Die Sonne genießen. Und den Strand. Oder die Berge. Neue Gegenden erkunden. Wilde Landschaften auf Fotos festhalten.

Die Geschichten von Land und Leuten kennenlernen. Kirchen, Museen, Burgen und Schlösser besichtigen. Souvenirs mitbringen für die Lieben daheim. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen!

Manche ziehen es auch vor, jährlich dasselbe Urlaubsziel anzusteuern.

Kaum angekommen, schaltet das Hirn auf Urlaub. Ohne Eingewöhnungszeit. Man weiß, wo alles ist, und kennt sich aus. Ab der ersten Minute fühlt man sich zu Hause. Und doch ist man nicht zu Hause. Stattdessen an irgendeinem Ort der Welt zu Gast.

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. (Hebr.13,2)

In vielen Kulturkreisen hat die Gastfreundschaft einen hohen Stellenwert. Im Urlaub bekommt man als Gast davon einen Eindruck. Ganz ohne ein Engel zu sein. Oder doch? Was macht mich da so sicher? Gewiss unterscheidet uns viel von den Engelfiguren, die wir zu Weihnachten pausbäckig in die Stuben oder Fenster stellen. Aber ein echter Engel – das wäre schon drin!

Denn Engel zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie Flügel haben oder von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet sind. Engel sind Boten Gottes. Sie vermitteln zwischen Gott und Mensch. Sie greifen hilfreich unter die Arme und sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ob Engel immer wissen, dass sie Engel sind? Erinnern Sie sich nur an den Gesichtsausdruck Ihres Gegenübers, als Sie dankbar sagten „Du warst jetzt ein Engel für mich!“

Ohne eigenes Wissen ein Engel sein – und ob das möglich ist! Im Urlaub sogar auf eine ganz besondere Weise. Denn im Urlaub bin ich zu Gast. Ich komme und gehe wieder. Wie ein Bote kommt und geht. Was er zurücklässt, ist eine Botschaft. Welche Botschaft hinterlassen wir dort, wo wir Urlaub machen? Welchen ökologischen Fußabdruck? Hinterlassen wir nur Müll, CO2 und das Handtuch auf der Liege? Was soll bleiben, wenn wir gehen?

Für unsere Wege erbeten wir immer wieder Gottes Segen. Lassen wir die Menschen, denen wir begegnen, etwas von diesem Segen spüren: Wie Gott mir, so ich Dir! Wir haben eine Botschaft – auch im Urlaub.

Gottes Segen auf allen Wegen, ob daheim oder in der Fremde, wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Dr. Mandy Rabe