Andacht April Mai

Jesus Christus spricht:  Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20)

Liebe Leserinnen und Leser,

der diesjährige Monatsspruch für den April gehört zu den Klassikern biblischer Sprüche, zum Best of der Bibel. Als Teil des lange Zeit sog. „Missionsbefehls Jesu“ ist dieser Vers Bestandteil jeder Taufe

. „Matthäi am Letzten“ ist die Notration jedes Christenmenschen, der letzte Anker, der auch dann noch hält, wenn alles andere wegbricht: Jesus Christus ist bei mir! Durch die Taufe verbindet und verbündet sich Jesus mit uns. Jesus, der das Leben kennt von der Geburt bis zum Sterben, begibt sich an unsere Seite. Er begleitet uns durchs Leben. Er freut sich mit uns im Jubel, er gibt uns Halt in der Not. Und das Beste: Wer in Jesus Christus verankert ist, muss sich nicht ängstlich ans eigene Leben klammern, sondern hat die Hände frei, im Sinne Jesu die Welt zu gestalten, Nachfolge zu leben. Seite an Seite mit Jesus Christus. Verankert im Gekreuzigten und Auferstandenen stehen Christenmenschen beherzt für das Leben ein!  Darum beteiligen wir uns als Kirchgemeinde auch an der Aktion der Evangelischen Jugend in Sachsen, die zusammen mit dem Landesjugendpfarramt für „Herz statt Hetze, Glaube statt Misstrauen, Hoffnung statt Angst“ wirbt. Die Verantwortlichen sehen darin einen Beitrag zum aktuellen gesellschaftlichen Diskurs und rufen dazu auf, sich in diesem Diskurs zu Wort zu melden: „Frieden, materiellen Reichtum und das Leben in einem freiheitlichen Rechtsstaat betrachten wir als Privileg und Segen Gottes. Segen will sich ausbreiten (1 Mose 12,2). Deshalb halten wir nicht egoistisch fest, was uns gegeben ist, sondern sind zum Teilen bereit (Lk 6,38). Wir ermutigen uns gegenseitig zum Gebet für unser Land und diese Welt. Zugleich setzen wir mit Worten und Taten um, was wir als richtig erkannt haben. Deshalb rufen wir Christen in Sachsen dazu auf, sich im gesellschaftlichen Diskurs zu Wort zu melden, Begegnungen und Gespräche zu initiieren sowie achtsam, offen und klar Konflikten nicht auszuweichen.“ (Die ausführliche Stellungnahme der Evangelischen Jugend in Sachsen ist abrufbar unter www.evjusa.de.)  Als Kirchgemeinde unterstützen wir diese Aktion: Wir wollen als Kirchgemeinde zeigen, wofür wir stehen! Denn Glaube, Liebe, Hoffnung ist die Trias des christlichen Glaubens (1Kor 13,13). Glaube, Liebe und Hoffnung sind das Pfund, das Christenmenschen in die Gesellschaft einzubringen haben!

Der GLAUBE im Zeichen des Kreuzes weist uns an Jesus Christus, an seine bedingungslos liebende Hingabe an das Leben, an seine Zuwendung zu den Ausgegrenzten. Mit den liebenden Augen Gottes ist Jesus den Menschen begegnet und lässt etwas ahnen von der LIE-BE Gottes, die allen Menschen gilt. Getragen ist christliches Handeln von der HOFFNUNG auf das Reich Gottes, das schon jetzt dort aufscheint, wo Menschen sich für andere einsetzen und in ihrem Gegenüber einen Bruder oder eine Schwester Jesu sehen. Denn das Reich Gottes ist auf Gemeinschaft miteinander und mit Gott angelegt. Misstrauen hingegen zerstört Beziehungen. Wo Misstrauen wabert, driftet Gesellschaft auseinander. Als Kirche haben wir den Auftrag, GLAUBE zu leben, Vertrauen zu stärken, und so zu einem guten Miteinander in unserer Gesellschaft beizutragen. Hetze zerstört Menschen. Wo Hetzworte die Diskussion bestimmen, sind eine faire Auseinandersetzung und eine Suche nach konstruktiven Lösungen kaum noch möglich. Als Kirche haben wir den Auftrag, die LIEBE Gottes in die Gesellschaft zu tragen. Angst reduziert Freiräume. Wo Angst das Leben bestimmt, verkümmert es. Als Kirche haben wir den Auftrag, HOFFNUNG zu säen, die Leben blühen und gelingen lässt.

Glaube statt Misstrauen, Herz statt Hetze, Hoffnung statt Angst sind möglich, weil Jesus Christus bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende.

Es grüßt Sie HERZ-lich

Ihre Pfarrerin Dr. Mandy Rabe